
Photovoltaik-Recycling
Solarindustrie plagt sich mit ihren Altlasten
Von Ralph Diermann
Recycling von Solarpanels: Streit über Müllmodule
Die Solarbranche streitet seit Jahren über ein eigenes Entsorgungssystem für Photovoltaikschrott. Jetzt reicht es der EU: Künftig sollen für ausrangierte Module die gleichen Recycling-Regeln gelten wie für andere elektronische Geräte. Das kostet die Industrie viel Geld. .....
28.11.2011 Der Spiegel
Billigkonkurrenz aus China
Solarbranche fürchtet massenhaftes Firmensterben
Von Stefan Schultz
Ein bisschen naiv dargestellt, aber: Transportmittel der Zukunft - ohne Strassen?
Hier der Link zu einem Artikel des "Handelsblatts" zu diesem Thema
Wind, Wasser, Sonne, Biomasse – welche Energiequelle fasziniert Sie am meisten?
Oh, die Sonne natürlich. Afrika ist meine Heimat. Der ganze Kontinent hat ein riesiges Potential für Sonnenenergie. Aber nicht einmal ein Prozent davon wird richtig genutzt. Weltweit haben 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom. Die große Mehrheit dieser Menschen lebt in Ländern, wo die Sonne permanent scheint. Es wäre leicht, ihre Lage zu verändern. Es brauchte nur ein paar Solarzellen.
KONFERENZ „SOLARENERGIE FÜR AFRIKA“
Nach 2003 war es die zweite Konferenz „Solarenergie für Afrika“ die dieses Mal in der FH Düsseldorf am 3. und 4. September stattfand. Teilgenommen haben rund 100 registrierte Teilnehmer und 50 Personen als Helfer, Referenten und Ehrengästen, die Schirmherrschaft hatte die Botschafterin von Mali, Frau Fatamatou Diakite übernommen. Am Freitag fanden rund 20 Vorträge statt, am Samstag 8 Workshops.
Die Konferenz hatte zwei wesentliche Ziele: Erstens die afrikanische Diaspora in Deutschland über Möglichkeiten der Solarenergie kompetent zu informieren.
Zweitens sollten Nichtregierungsorganisationen in einen Erfahrungsaustausch gelangen zum Thema erneuerbare Energien. Da viele der afrikanischen Teilnehmer (ca. die Hälfte) und auch viele der übrigen in NROs tätig sind, lässt sich sagen, dass diese Ziele erreicht wurden.
Die Teilnehmer hatten sowohl vor- als auch nachmittags sich jeweils für eine von fünf unterschiedlichen Veranstaltungen zu entscheiden. In jeder Veranstaltung gab es zwei Vorträge, so dass insgesamt 20 solche Vorträge angeboten wurden, am Nachmittag noch eine 6. Gruppe mit dem Vortrag von Herrn Froese über Hausbau mit PETFlaschen.
Die Vorträge behandelten schwerpunktmäßig spezielle Erfahrungen mit Solartechnik in Afrika, so etwa solare Beleuchtung in Mosambik und Kamerun (Insellösungen), solares Kochen in Gambia und Madagaskar, solares Licht in verschiedenen afrikanischen Ländern, solare Stromversorgung in Krankenstationen von Äthiopien und solargestützte Trinkwasserversorgung in Mali. Solarprojekte in Burkina Faso wurden vorgestellt und ein Rückkehrer von einem Weltwärts-Projekt in Uganda berichtete sehr authentisch von einem einheimischen Solarprojekt dort und stellte anschaulich dar, welche Möglichkeiten und Hindernisse für solche Projekte in einem afrikanischen Land bestehen. Ein weiteres Thema im Solarbereich war das „solare Trocknen“, das ebenfalls viele Interessenten fand. Der Erfinder des Lazola-Kochers konnte von einer Produktionsverlagerung nach Südafrika berichten. Neben der Solarenergie wurden auch andere erneuerbare Energietechniken gestreift, zum Beispiel das Thema „kleine Windenergieanlagen“, Biogas, zu einem CDM-Projekt unserer Organisation LHL und allgemein zum Thema holzsparende Öfen.
Grundsatzreferate hielten Prof. Schwarzer vom Sozialinstitut Jülich, der auf jahrzehntelange Erfahrungen in Drittweltländern zurückblicken kann und Wolfgang Scheffler, der Erfinder der Scheffler-Spiegel. Auch die Fachhochschule stellte ihre Forschungen vor und war voll integriert.
Nicht direkt über erneuerbare Energien sondern über Hausbau mit PET-Flaschen, die in Drittweltländern allzu oft auf dem Müll landen, dabei aber eine außerordentlich lange Haltbarkeitsdauer besitzen, referierte Andreas Froese, der seit vielen Jahren in Afrika und Lateinamerika solche Bauprojekte realisiert. Am Spätnachmittag kamen die Konferenzteilnehmer noch einmal im Plenum zusammen. Nach dem Grundsatzreferat der Botschafterin und Schirmherrin, Frau Diakite, bei dem sie u.a. an die anwesenden jungen Afrikaner appellierte, ihr Wissen für ihr Heimatland zur Verfügung zu stellen, folgte eine Podiumsdiskussion mit Prof. Alfons Rinschede, FH Gelsenkirchen und Dipl. Ing. Tameru Beshah (Äthiopien) und hier war eines der Themen den Einsatz von Jatropha als erneuerbare Energie, wobei Herr Beshah besonderen Akzent auf die Armutsbekämpfung legte, die Sinn und Zweck aller Maßnahmen sein müsse.
Am Samstag fanden 10 Workshops statt – und zwar in einer sonnigen und entspannten Atmosphäre. Beispielsweise konnten sie mit Arwed Milz eine kleine Solarlampe bauen, mit der man auch Handys aufladen kann – und diese gleich mit nach Hause nehmen. Mit Heike Hoedt wurde ein Modell eines Solartrockners konstruiert, mit Michael Bonke ein einfacher Solarkocher aus Pappe gebaut, der sogar funktionierte, mit Renate Schönberg wurde ein „klassischer“ SK14-Solarkocher zusammengebaut – und bei strahlendem Sonnenschein getestet, mit Andreas Froese wuchsen die ersten Mauern eines PET-Flaschen-Hauses in die Höhe (die Teilnehmer bekamen auf einer benachbarten Baustelle ein paar Schubkarren Sand zum Füllen der Flaschen gestiftet). Das Konzept einer „Solar-Power-Box“, die mehr kann als Beleuchtung liefern, wurde mit dem Berufsschullehrer Hubert Ackermann durchgespielt. Hermann Determeyer, mit mehrjähriger Erfahrung in Ghana, tüftelt an simplen Techniken, welche der afrikanischen Frau das Leben erleichtern sollen, und zeigte den Teilnehmern ganz verblüffende einfache Möglichkeiten, angefangen von einem Warmhaltekorb bis zu einem Parabolkocher. Dieser kann komplett in Afrika gebaut werden, wenn man eine Rolle Blech aus Europa importiert hat.
Der Parabolspiegel dient abends in der Hütte noch als Lampenschirm– hoffentlich bei einer Solarlampe. Marmeladeherstellung mit einem SAVE80-holzsparenden Kocher wurde ebenso vorgeführt wie Saftherstellung und Aufbewahrung in einer BAG-in-Box, mit welcher in Afrika preisgünstig und sauber Säfte konserviert werden können. Die Erfahrungen einer Produktionsverlagerung für den Lazola-Kocher nach Südafrika reichten aus, um einer zahlreichen Zuhörerschaft zu vermitteln, wie verblüffend in Afrika Problemlösungen gefunden werden, auf die man in Europa überhaupt nicht kommt. Und auch das Konzept einer kleinen Windkraftanlage wurde detailliert einer auch hier zahlreichen Zuhörerschaft vermittelt.
Unter den gegebenen Voraussetzungen (kurzfristige Absage von Finanzhilfen) haben wir ein optimales Ergebnis erreicht. Insbesondere ist uns gelungen, die breite Palette an Möglichkeiten erneuerbarer Energien und innovativer Ideen einer größeren Zahl von Afrikanern und weiteren Menschen zu vermitteln, welche in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Darüber hinaus konnten wir über Studenten der Fachhochschule junge Menschen erreichen, die bisher noch nicht mit dem Thema in Berührung gekommen waren. Der überwiegende Teil der Teilnehmer und Mitwirkenden ist zufrieden wieder nach Hause gefahren, und alle hoffen, dass wir das Thema weiter bearbeiten und in weniger als 7 Jahren eine ähnliche Konferenz folgen lassen.
Heinz Rothenpieler/Bernd Blaschke
